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Die “50 Millionen Fehlen Uns”-Kampagne:Kampf Gegen Weiblichen Völkermord In Indien

Translated from the original by Dietmar Fritze

In 3 Generationen sind über 50 Millionen Frauen der indischen Bevölkerung systematisch und gezielt ausgelöscht worden, nur weil sie weiblich waren. Dies ist eines der schlimmsten Völkermorde / Genocide / Femicide in der menschlichen Geschichte. Es geschieht leise und ununterbrochen. Der Begriff “missing” (fehlende) ist ein aktueller Euphemismus, den der Nobelpreisträger Dr. Amartya Sen zuerst 1986 verwendete, als er an Indien die erste Warnung richtete. Er hatte berechnet, dass 37 Millionen Frauen fehlen würden im Land. Aber seitdem ist der Prozess der Beseitigung von Frauen in Indien leider nur weiter eskaliert.

“FEMIZID”
Die Methoden der Beseitigung von Frauen in Indien sind zahlreich. Dazu gehört die Abtötung weiblicher Embryonen, Kindesmord, Tod durch Verhungern, Mitgift- oder “Ehren”-Morde sowie eine hohe Müttersterblichkeit durch wiederholte und erzwungene Abtreibungen.

BESEITUNG GESUNDER NEUGEBORENER
Weiblicher Kindesmord hat lange, historische Wurzeln in Indien. Es bleibt auch heute unverändert eine grassierenden Praxis in vielen ländlichen Regionen  Indiens, vor allem, weil es für die arme Landbevölkerung erschwinglicher ist als die Methoden, die häufiger bei den wohlhabenderen und gebildeten Klassen in den Städten verwendet werden, um gezielt weibliche Embryonen abzutreiben. Einer Hebamme wird nur ca. RS 100 gezahlt (US $2,50), um ein neugeborenes Mädchen zu töten. Andernfalls werden Babys erwürgt, verschüttet, in Milch-Eimern ertränkt oder vergiftet. In einigen Regionen Indiens wird diese Arbeit an den Vater oder die Großmutter väterlicherseits abgeschoben.

TÖTUNG KLEINER MÄDCHEN
Viele Mädchen, die das Glück hatten, die Geburtsumstände zu überleben, überleben bald darauf wegen absichtlich herbeigeführten Hungers oder sonstiger Vernachlässigung  nicht allzu lange. Mädchen unter 5 Jahren haben eine 75 % höhere Mortalität als Jungen im gleichen Alter, weil ihre Eltern nicht Lebensmittel oder Medikamente an sie verschwenden wollen. Ein Mädchen ist es nicht wert; es ist besser, es sterben zu lassen.

TÖTUNG VON EMBRYONEN
Abtötung weiblicher Föten ist ein ungezügeltes Phänomen in Indien geworden, vor allem bei mittleren und oberen Klassen. Obwohl es für Ärzte mittlerweile illegal ist, das Geschlecht des Fötus während der Schwangerschaft mit einer Ultraschall-Untersuchung festzustellen, werden immer noch über eine Million weibliche Föten offenbar selektiv in Indien jedes Jahr abgetötet. Diese Rate erreicht in den letzten Jahren die  alarmierende Zahl von 2 bis 5 Millionen pro Jahr.

MÜTTER-STERBLICHKEIT
Dass Frauen sich in Indien stets mehreren Schwangerschaften und wiederholten Abtreibungen unterwerfen, ist ein weiterer Grund dafür, dass Indien auch die höchste Mütter-Sterblichkeit in der Welt hat. Alle 5 Minuten stirbt eine schwangere Frau.

MITGIFT-MORDE
Auch auf dem Vormarsch sind die Morde an jungen verheirateten Frauen im Zusammenhang mit Mitgift: Sie wurden getötet, weil ihre Eltern nicht weiter die ständigen Mitgift-Forderungen seitens der Schwiegereltern erfüllen konnten. Betitelt als “Mitgift Todesfälle” sind diese Morde im allgemeinen Gang-Morde unter Beteiligung des Ehemannes, seiner Eltern und manchmal seiner Geschwister. Das Opfer wird häufig übergossen mit Kerosin (inszenierte Küchen-”Unfälle”). Andere werden gezwungen, Schlaftabletten zu nehmen oder man findet sie erhängt in inszenierten “Selbstmorden”. Viele junge verheiratete Frauen werden so lange gefoltert, dass sie letztendlich Selbstmord begehen. Es wurde geschätzt, dass auf diese Weise jährlich mindestens 106,000 Frauen ihr Leben verlieren. Tausende, die nicht sterben, vegetieren weiter –  verbrannt oder verstümmelt, ein menschenwürdiges Leben wurde zerstört.

VÖLKERMORD / GENOZID / FEMIZID
Diese Art von “Völkermord” ist in allen Bereichen der Gesellschaft in Indien anzutreffen, unter den Analphabeten und unter den Gebildeten, unter den Armen, in der  Mittel-Klasse, selbst bei den Reichen. In Indien gibt es keine Korrelation zwischen weiblichem Völkermord und Bildung, Wirtschaft, Kultur und Religion. Es ist nicht das Ergebnis von Armut oder Unwissenheit, aber ein Ergebnis der umfangreichen und aggressiven Gesetzlosigkeit, ermöglicht durch die Apathie des Rechts- und Ordnungs-Systems des Landes.

DIE PETITION:
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AN: Die Regierung von Indien, das OHCHR, die UNICEF, die UNIFEM, die UNFPA, CEDAW, die EU und die G8-Länder.

Wir, die Unterzeichner, verurteilen aufs Stärkste die Praktiken, die zur Beseitigung von Millionen von Mädchen und Frauen in der indischen Bevölkerung geführt haben, und halten die Regierung von Indien dafür verantwortlich, das Leben auch seiner weiblichen Bürger zu schützen.

Wir setzen uns aus Gründen der Menschenrechte weiterhin dafür ein, dass sofortige und wirksame Aktionen von der Regierung ergriffen werden. Ein rasches Handeln ist nötig, um eine schnellst-mögliche Umsetzung  humaner Bedingungen auch für den weiblichen Teil der Bevölkerung zu garantieren. Wir bestehen auch darauf, die Regierung offiziell zu einem Zeit-Plan zu verpflichten, innerhalb dessen dafür gesorgt wird, dass eine Bestrafung durchgeführt wird bei allen  Praktiken der weiblichen Fötus-Abtötungen, der weiblichen Kindestötung und der Mitgift-Morde. Die strenge Durchsetzung der bestehenden Rechtsvorschriften und einer strengen Rechenschaftspflicht von Indiens Krankenhäusern muss effektiv kontrolliert werden durch Regierungsbüros und Strafverfolgungsbehörden.

Weiter fordern wir internationale Einrichtungen zur Wahrung der Menschenrechte und andere Institutionen dazu auf, die Regierung von Indien von der Notwendigkeit dieser Anstrengungen zu überzeugen und dieser Petition beizutreten.

(Bitte klicken Sie auf das Foto / den Link unten, um unsere Petition unterzeichnen…)

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Zum Übersetzer: Dietmar Fritze ist Autor und Philosoph, spezialisiert auf Kant und Schopenhauer, Jaspers und Adorno. Er ist auch Mitglied der Gruppe “50 Million Missing”, die von 2.300 Fotografen weltweit unterstützt wird und für die Rechte von Frauen eintritt. Sein täglicher Blog (in Englisch): http://flickrcomments.wordpress.com – er twittert als @frizztext

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2 Comments leave one →
  1. November 26, 2012 6:43 pm

    thanks for using my translation!

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